Die Anfänge
der Burg sind weitgehend ungeklärt. Spekulationen über Vorgängeranlagen
aus frühmittelalterlicher, römischer oder gar prähistorischer
Zeit lassen sich jedenfalls nicht belegen.
Für die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts genannte Personen
mit dem Namen "von Drachenfels" gehören tatsächlich
zu Burg Drachenfels am Rhein nahe Bonn.
Somit
verbleibt als Erstbeleg, der eindeutig mit derWasgauburg in Verbindung
gebracht werden kann, ein für die Zeit um 1245 belegter Walter
von Drachenfels. Damit korrespondiert auch das archäologische
Fundmaterial, in dem für die Zeit vor der Mitte des 13. Jahrhunderts
Nachweise fehlen. Urkunden vom Ende des 13. Jahrhunderts geben Zeugnis
von Streitigkeiten der Vettern Rudolf und Anselm von Drachenfels mit
dem Bischof von Worms, die 1288 beigelegt wurden. Von diesen Rittern
stammt das älteste Siegel derer vom Drachenfels. Es zeigt einen
Drachen in einem Spitzschild und ist somit ein "sprechendes Wappen",
das den Familiennamen "von Drachenfels" paraphrasiert. Im
frühen 14. Jahrhundert zeigten Drachenfelser Wappen ein Hirschgeweih
oder eine wilde Gans.
1314
erlitten die Brüder Berthold, Anselm und Rudolf von Drachenfels
anlässlich der fünfwöchigen Belagerung des benachbarten
Berwartsteines durch die Städte Hagenau und Straßburg schwere
Schäden auf ihren Besitzungen. Möglicherweise waren diese
Ereignisse die Ursache für weitere Spannungen in der Folgezeit.
Unter dem Vorwurf der "Straßenräuberei" zogen
1335 straßburgische Truppen vor die Burg und zwangen die Besatzung
zur Übergabe.
Dies
hatte offensichtlich die wirtschaftliche Basis der Drachenfelser so
sehr in Mitleidenschaft gezogen, daß sie ab 1344 gezwungen waren,
die zumindest teilweise zerstörte Burg sukzessive zu verkaufen.
In diesem Jahr veräußerten die Brüder Eberhard und
Anselm von Drachenfels ihre bisherige Stammburg mit allen dazugehörenden
Besitzungen an Graf Walram II. von Zweibrücken und schieden damit
aus der weiteren Geschichte der Burg aus. Oberster Lehnsherr blieb
de iure aber weiterhin der jeweilige Abt des Klosters Klingenmünster.
Graf Walram wiederum trug den Drachenfels Pfalzgraf Ruprecht I. zu
Lehen auf.
Für
die nächste Zeit blieb es bei diesen Herrschaftsverhältnissen.
Als Afterlehnsträger mit mehr oder weniger großen Anteilen
findet man um die Mitte des 14. Jahrhunderts die Brüder Gerhard
und Johannes Hanarsch von Weißkirchen und in den 80er Jahren
Heinrich Eckbrecht von Dürkheim sowie Heinrich und Kuno von (Ober-)Otterbach.
Bis 1398 gelang es den Eckbrechten von Dürkheim, die gesamte
Anlage in ihren (Lehns-)Besitz zu bringen.
Da mit
dem Besitz der Anlage nicht nur Einkünfte in Form von Zehntabgaben,
Steuern, Weg- und Floßgebühren verbunden waren, sondern
auch die Verpflichtung, die Burg baulich zu unterhalten, entschloß
sich Heinrich Eckbrecht von Dürkheim, auf Burg Drachenfels Gemeiner
aufzunehmen. Wann nun die ersten Gemeiner Anteile an der Burg erwarben,
ist nicht bekannt - allerdings ist für 1406 ein Burgfrieden belegt.
1463
gründete die oberrheinische Reichsritterschaft die "Heilig-Geist-Gesellschaft"
und bestimmte als Versammlungsort den Drachenfels. Dieser Interessenverband
sah seine Hauptaufgabe darin, der zunehmend an Gewicht verlierenden
Stellung der Ritterschaft im politischen Gefüge des Reiches entgegen-zuwirken.
Das widersprach
natürlich den reichsfürstlichen Interessen. Eine Schlüsselposition
in diesen Auseinandersetzungen spielte Franz von Sickingen, der seit
1510 nicht nur Hauptmann der Gemeiner auf dem Drachenfels, sondern
auch führendes Mitglied der Standesorganisation war.
Konsequenterweise
führte die "Sickingische Fehde" von 1522/23 auch zur
Zerstörung von Burg Drachenfels. Am 10. Mai 1523 marschierte
ein beachtliches Truppenkontingent, drei Fähnlein Landsknechte,
300 Berittene und Artillerie vor den Drachenfels. Nach kurzer Unterhandlung
übergab der Vogt die Anlage den Belagerern kampflos. Bereits
am nächsten Tag wurde der Drachenfels geplündert, geschleift,
in Brand gesteckt und mit einem Wiederaufbauverbot belegt.
Die Burgruine
diente in der Folgezeit als günstige Bezugsquelle von Hausteinen.
Beim Bau der katholischen Pfarrkirche 1760-67 wurden Steine der Burg
verbaut, vor allem aber bei der Errichtung eines Landschlößchens,
das sich Graf Franz Christoph von Eckbrecht 1778 in Busenberg errichten
ließ. 1784 fand in diesem Gebäude eine Familienversammlung
statt, bei der man beschloß, sich das Lehen erneut bestätigen
zu lassen. Der pfälzische Kurfürst Karl Theodor, dessen
Vorgänger nach dem Aussterben der Grafen von Zweibrücken-Bitsch
im Jahre 1570 alleinige Oberlehensherren der Herrschaft Drachenfels
geworden waren, stimmte diesem Antrag zu, verlangte aber den Wiederaufbau
der Burg oder eines Schlosses, was innerhalb von zwei Jahren geschehen
sollte. Spuren eines begonnen Aufbaus konnten auf der Burg jedoch
bisher nicht gefunden werden. Burg Drachenfels blieb Ruine.