Falkenstein
Ein Felsen
Falkenstein wird bereits im Jahre 1019 in einer Urkunde Erzbischof
Erkinbalds von Mainz erwähnt, der heute als nördlichster
Grenzpunkt des Kaiserslauterer Reiches angesehen wird. Auf diesem
Felsen soll um 1125 Werner I. von Bolanden, der als Gefolgsmann des
Herzogs Friedrich II. von Schwaben seit 1116 in der Region nachweisbar
ist, die Burg gegründet haben. Schon bald danach begegnet uns
in einer Urkunde des bolandischen Hausklosters Hane aus dem Jahre
1135 mit Sigbold von Falkenstein ein erster Ministeriale, der sich
nach der Burg benannte. Eigentlicher Begründer der Falkensteiner
Seitenlinie der berühmten Reichsministerialen von Bolanden ist
aber Philipp IV. von Bolanden, der sich erstmals 1233 in einer Urkunde
ausdrücklich als "von Falkenstein" bezeichnete.
Das Reichslehen
Falkenstein, das schließlich im Jahre 1398 zur Grafschaft erhoben
wurde, verblieb lange Zeit im Besitz dieses Geschlechtes. Nach dem
Aussterben der Familie gelangte die Burg nach langwierigen Streitigkeiten
durch Erbschaft 1420 in den Besitz der Grafen von Virneburg und 1456
von Dhaun-Oberstein. 1458 wurde das Herzogtum Lothringen zum Oberlehensherren.
Von 1745 bis zum Untergang des Alten Reiches finden wir das Haus Österreich
als Besitzer, welches das Oberamt Falkenstein der österreichischen
Regierung in Freiburg unterstellte.
Bereits
1604 scheint die alte Burg den Ansprüchen ihrer Bewohner nicht
mehr genügt zu haben, denn die damaligen Besitzer, die Grafen
von Dhaun-Falkenstein, verlegten ihre Residenz nach Winnweiler.
Gleichwohl besaß der Falkenstein noch einen zumindest geringen
militärischen Wert.
Während
des Dreißigjährigen Krieges eroberten 1631 spanische und
1632 schwedische Truppen die Befestigung. 1634 folgte die Besetzung
durch lothringische Soldaten, die wiederum 1644 durch den französischen
Marschall Schönbeck vertrieben wurden. Dieser ließ 1647
die gesamte Anlage sprengen.
Mutwillige
Zerstörung und der Steinraub der folgenden Jahrhunderte machten
die Burg zur Ruine, die nicht wieder aufgebaut wurde.
Instandsetzungs- und Umbauarbeiten erfolgten erst in den dreißiger
und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts sowie in neuester Zeit.