Hohenecken
Eine
der sehenswertesten staufischen Burganlagen liegt auf dem Schloßberg
oberhalb des Kaiserslauterer Vorortes Hohenecken. Sie befindet sich
in der für den pfälzischen Burgenbau so charakteristischen
Spornlage am Ende eines Bergrückens.
Es wird
oft, besonders in der älteren Literatur, vermutet, die Anlage
sei unmittelbar im Anschluß an Kaiser Friedrichs I. Barbarossa
Neubau der Burg in Kaiserslautern (1156) errichtet worden. Dagegen
spricht allerdings der Baubefund, denn die ältesten Bauteile,
die gewaltige Schildmauer und der ehemals fünfseitige Bergfried,
weisen wohl eher in die Zeit um 1200.
Die Reichsministerialen
von Hohenecken waren die Nachkommen jenes Ritters Reinhard von Lautern,
der von König Friedrich II. 1214 mit dem Patronatsrecht zu Ramstein
beschenkt worden war. Im Jahre 1216 übte Reinhard das überaus
wichtige Reichsschultheißenamt in (Kaisers-)Lautern aus, das
auch in den beiden nächsten Generationen in der Hand dieser Familie
verblieb.
Im Gegensatz
zu den vier älteren Söhnen dieses Reichsministerialen, die
in hohen und höchsten Ämtern inner- und außerhalb
des pfälzischen Raumes zu finden waren, blieb der jüngste,
der sich ausdrücklich Siegfried von Hohenecken (Syfridus de Hoenechen)
nannte, in der Heimat.
Hier finden wir ihn gleichzeitig in den Ämtern der Schultheißen
von Lautern und Hagenau. Mit seinem Sohn Reinhard erreichte das Geschlecht
seinen Höhepunkt, denn dieser amtierte nicht nur als Schultheiß,
sondern auch als Verwalter des gesamten Reichsgutsbezirkes von Lautern.
Darüber hinaus war ihm zeitweise Burg Trifels mit den dort liegenden
Reichskleinodien anvertraut.
Der Niedergang
der königlichen Macht beendete letztlich die glanzvolle Stellung,
welche die Hohenecker in der staufischen Ära und im "Interregnum",
der "königlosen Zeit", eingenommen hatten. Erhalten
blieben ihnen aber bis zum Jahre 1481 ihre Haupteinnahmequellen, die
besonders einträglichen Zoll- und Geleitrechte im "Lauterer
Reich", die schon der Stammvater der Hohenecker im Jahre 1216
besessen hatte.
Die Nachkommen dieses Reichsministerialen- geschlechtes, das mit Philipp
Karl von Hoheneck 1806 ausstarb, blieben aber der Burg, die ihnen
1277 als Reichslehen übertragen worden war, bis in das 17. Jahrhundert
hinein verbunden.
Die Burg
selbst erlitt ein recht wechselvolles Schicksal. Mitte des 14. Jahrhunderts
bewohnten mehrere Familien die Anlage, an der das Erzbistum Mainz
und die Grafen von Saarbrücken das Öffnungsrecht besaßen.
Zwischen 1394 und 1404 wurden nicht weniger als fünf Anteilseigner
genannt, und zwar die Ritter Reinhard und Boemund von Hohenecken,
Heinrich Kämmerer von Worms, die Herren von Scharfeneck und Gerhard
von Kropsberg. Einige Jahre später scheint sich auch Kurpfalz
den Zutritt zur Burg verschafft zu haben, denn im Jahre 1411 schloß
der Erzbischof von Mainz einen Burgfriedensvertrag mit den Kurpfälzern
auf Hohenecken.
Obwohl
die Beziehungen zwischen den Hoheneckern und den Kurfürsten von
der Pfalz in den folgenden Jahrzehnten recht eng waren, nutzten die
Nachkommen der Reichsministerialen während des Dreißigjährigen
Krieges sofort die Chance, sich ihres übermächtigen "Partners"
zu entledigen. Die Verhängung der Reichsacht über den Kurfürsten
war der willkommene Anlaß, sich des pfälzischen Burganteils
zu bemächtigen. Versuche einer Rückgewinnung nach Beendigung
des Dreißigjährigen Krieges durch Kurfürst Karl Ludwig
hatten erst nach zweimaliger gewaltsamer Eroberung 1668 Erfolg, da
sich die Herren von Hohenecken der Hilfe des Herzogs von Lothringen
versichert hatten.
Nur wenige
Jahre später sprengten während des Pfälzischen Erbfolgekrieges
französische Soldaten die bereits 1688 durch kurpfälzische
Belagerungsgeschütze schwer beschädigte Anlage, die nicht
wieder aufgebaut wurde.