Lindelbrunn
Die Burg
wurde als Reichsfeste wahrscheinlich noch im ausgehenden 12. Jahrhundert
auf einem Felsen nahe der heutigen Gemeinde Vorderweidenthal errichtet.
Urkundlich erwähnt wird die Burg allerdings erst im 13. Jahrhundert.
Dieter von Lindelbrunn ist der erste uns bekannte Ministeriale, der
sich in den 60er Jahren des 13. Jahrhunderts nach der Reichsburg benennt.
Nach
seinem Tod 1274 setzte sein mutmaßlicher Bruder Merkelin die
Linie fort. Allerdings war sein gleichnamiger Sohn von so schwächlicher
Konstitution, daß König Rudolf von Habsburg 1274 Lindelbrunn
als Reichslehen an die ihm verbundenen Grafen Emich IV. und Friedrich
III. von Leiningen übergab unter der Voraussetzung, daß
der junge Lindelbrunner vor der Volljährigkeit versterben würde.
Nach seinem Tod vor 1317 ging die Burg endgültig an die Leininger,
bei deren Teilung von 1317/18 zwischen den Stiefbrüdern Friedrich
V. und Jofried letzterer mit Ausnahme der Madenburg sämtliche
Reichslehen erhielt. Die neue Linie Leiningen-Hardenburg blieb in
der nachfolgenden Generation im Besitz Lindelbrunns, ohne daß
bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts eine Änderung an dessen Status
als Reichsburg eintrat.
Wenige
Jahre später aber begegnen uns auf ungeklärte Weise die
Grafen von Zweibrücken auf der Burg, die am 5. April 1358 dem
Pfalzgrafen Ruprecht I. neben anderen Befestigungen auch Lindelbrunn
öffneten.
Immerhin war mit diesen Vorgängen und zwischenzeitlichen Streitigkeiten
mit den Raugrafen nach dem Tod Graf Jofrieds von Leiningen-Hardenburg
1344 die Grundlage für ein in den folgenden Jahrhunderten bestehendes
Ganerbiat gelegt, das den Status eines Reichslehens rasch eliminierte.
Im Jahre
1440 wurde die Burg zum Schauplatz militärischer Ereignisse.
Graf Emich von Leiningen, der von dem adeligen Speyerer Bürger
Heinrich Steinhausen Geld geliehen hatte, hatte diesen als Gemeiner
auf der Burg aufgenommen. Da der Speyerer in einen größeren
Streit mit dem Bistum Speyer und Kurpfalz verwickelt war, versuchten
die Verbündeten, Heinrich Steinhausen in ihre Gewalt zu bekommen.
Ein gemeinsames Heer zog vor die Burg Lindelbrunn und belagerte sie
sieben Wochen.
Im Gegensatz
zu dieser Auseinandersetzung, die durch Vermittlung der Grafen von
Leiningen noch glimpflich für die Burg und ihre Bewohner verlief,
brachte eine weitere Fehde zwischen 1448 und 1450 großes Unheil.
Die Verwicklung des Burggemeiners Heinrich Holzapfel in eine Fehde
mit dem Bistum Speyer und der Reichsstadt Landau zog eine erste, wenn
auch erfolglose Belagerung durch die Truppen der Stadt und des Bischofs
nach sich. Eine zweite folgte durch die Grafen Friedrich von Zweibrücken-Bitsch
und Bernhard von Leiningen. Die Einnahme der Burg durch Truppen der
beiden Grafen verursachte offensichtlich nur geringe Schäden,
die bald behoben werden konnten.
Im Bauernkrieg
nahm der sog. "Kleeburger Kolbenhaufe" Burg Lindelbrunn
ein, plünderte die Anlage aus und brannte sie beim Abzug nieder.
Die ehemalige Reichsburg wurde nicht wieder aufgebaut und ist seither
Ruine.