Lützelhardt
Die Burg,
erstmals 1250 in einer Grenzbeschreibung des Klosters Stürzelbronn
erwähnt, war 1262 in der Hand der Vögte von Wasselnheim.
1336 nannte sich einer dieser Vögte ausdrücklich Herr von
Lützelhardt von Wasselnheim. Wahrscheinlich waren diese Vögte
die Erbauer der Burg auf dem Boden des Klosters Stürzelbronn.
Möglich erscheint jedoch auch die vor allem in der älteren
Literatur vertretene Ansicht, Lützelhardt, an der Grenze zur
lothringischen Herrschaft Bitsch gelegen, sei von den Lothringern
erbaut worden. Unterstützt wird diese These von der Tatsache,
daß die genannten Vögte - wenn auch nachweisbar erst ab
1248 - recht enge Beziehungen zu den Lothringern unterhielten.
In der
zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts verkauften die Wasselnheimer
ihre Burg sukzessive an die Dagstuhler Linie der Herren von Fleckenstein,
die bis spätestens 1373 die Gesamtanlage in ihren Besitz brachte.
1395 verpfändete Heinrich der Alte von Fleckenstein wiederum
ein Viertel von Lützelhardt an Graf Philipp von Nassau-Saarbrücken.
Seit
dem Ende des 14. Jahrhunderts gerieten die Burgherren von Lützelhardt
zunehmend in Konflikte mit den umliegenden Städten. 1397 zogen
Auseinandersetzungen mit der Stadt Straßburg eine erste Zerstörung
der Burg nach sich. Am 6. August 1442 eroberten weißenburgische
Einheiten die Anlage und nahmen drei Personen gefangen, unter denen
sich allerdings offensichtlich kein Fleckensteiner befand.
Wenige
Jahre später, 1450, soll Lützelhardt nach unsicheren Quellen
samt anhängigen Rechten in den umliegenden Wäldern durch
die Fleckensteiner an Wirich Puller von Hohenburg als Lehen ausgegeben
worden sein.
Tatsächlich scheint Wirich aber nur einen Teil erhalten zu haben,
der 1455 durch einen Hofgerichtsbeschluß dem Hans von Talheim
zugesprochen wurde.
Trotz
der erwähnten mehrfachen Konflikte blieb die Burg weiterhin bewohnt,
wie eine Urkunde des Jahres 1469 belegt. Ob sie schon Ende des 15.
Jahrhunderts verlassen wurde oder ob eine Zerstörung im Bauernkrieg
erfolgte, bleibt nach derzeitigem Erkenntnisstand spekulativ. Bereits
1538, als die leckensteiner sie im Tausch gegen Vogteirechte im Uffried
an die Grafen von Zweibrücken-Bitsch abtraten, und 1606 wird
Lützelhardt als Ruine bezeichnet.
Von 1538
an bis zur franz. Revolution verblieb die Ruine damit den Grafen von
Zweibrücken-Bitsch und ihren Erben, den Grafen von Hanau-Lichtenberg,
nachdem sie kurzzeitig lothringisches Lehen gewesen war.