Madenburg
In geringer
Entfernung zum kleinen Ort Eschbach erhebt sich auf einem in die Pfälzer
Rheinebene vorspringenden Felsausläufer des Rothenberges die
Madenburg. Noch in griechischer Bezeichnung begegnet uns die Madenburg
zum ersten Mal im Jahre 1076 anläßlich einer geplanten
Fürstenversammlung, die über die Absetzung Kaiser Heinrichs
IV. beraten sollte. Vor 1112 setzte sich Erzbischof Adalbert I. von
Mainz in den Besitz der Burg, die bis dahin gemeinsam dem Reich und
dem Hochstift Speyer gehört hatte, und gab sie erst unter Zwang
und nach langer Gefangenschaft wieder heraus.
Zeitweise angestellte Vermutungen über eine Erbauung der Anlage
durch die Speyerer Bischöfe auf Reichsgut haben sich nicht eindeutig
beweisen lassen.
1176
wurde ein Hermann von Madenburg für den ohne sein Wissen geschehenen
Verkauf eines Gutes in Friedelsheim durch seine Mutter, Gräfin
Ida von Madenburg, an das Kloster Limburg durch den dortigen Abt Konrad
entschädigt. Weitere Einzelheiten über das mysteriöse
Grafengeschlecht von Madenburg, das in seltsamem Widerspruch zur Doppelherrschaft
Speyer - Reich steht, sind bedauerlicherweise nicht aufzufinden. 1241
belegte sich ein bischöflich speyerischer Beamter Eberhard aus
der Familie von Wersau, der höchstwahrscheinlich bereits 1211/20
als Schenk amtierte, mit dem Beinamen von Madenburg. Ob das Speyerer
Hofamt des Schenken in irgendeinem engeren Zusammenhang mit der Burg
stand, läßt sich leider nicht sagen.
Erst
um die Mitte des 13. Jahrhunderts erhellt sich das Dunkel um Besitz-
und Verwaltungsverhältnisse zumindest ein wenig: Mit Konrad von
Schüpf benannte sich erstmals ein Angehöriger der Schüpfer
Familie und damit zum ersten Mal auch ein Reichsministeriale nach
der Madenburg, ohne daß er in der Folgezeit bis zu seinem Ableben
nach 1276 diese Betitelung auch immer durchgängig beibehielt.
Nachweisbar
in der Hand der Grafen von Leiningen ist die Madenburg erst im Jahr
1317, wie eine Teilungsurkunde zwischen den beiden gräflichen
Stiefbrüdern Friedrich V. und Jofried von Leiningen verdeutlicht.
Seit dem späten 14. Jahrhundert von einer Burggemeinschaft bewohnt,
wurde sie 1470 von Truppen Pfalzgraf Friedrichs I., des Siegreichen,
belagert und erobert.
Mit dem
Kauf der Madenburg durch Bischof Georg von Speyer 1516 waren und blieben
alle Besitzanteile von da an in einer Hand. Die zwischenzeitlich noch
im Bauernkrieg 1525 zerstörte Anlage erfuhr bis zum Ende des
16. Jahrhunderts zahlreiche Aus- und Umbauten und wurde anstelle der
aufgegebenen Kästenburg (das heutige Hambacher Schloß)
Amtssitz und Lagerort für das Bistumsarchiv. Nach zahlreichen,
meist erfolgbringenden Belagerungen durch verschiedene Angreifer seit
dem 30jährigen Krieg sorgten französische Truppen im Rahmen
der Reunionskriege am Ende des 17. Jahrhunderts für die endgültige
Zerstörung der Burg.