Neudahn
Neudahn
wurde wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts
von dem speyerischen Ministerialen Heinrich Mursel von Dahn (gen.
von Kropsburg) errichtet.
Nach dem Aussterben der Nachkommen des Heinrich Mursel gelangte sie
als Lehen des Bistums Speyer 1327 zusammen mit Burg Altdahn in den
Besitz des Ritters Johann III. von Dahn. Nach dessen Tod fiel sie
1353 zusammen mit drei Vierteln der Burg Tanstein an seinen zweiten
Sohn Heinrich.
Von Heinrich, der sich fortan auch nach Neudahn benannte, gelangte
die Anlage 1372 an seinen ältesten, noch minderjährigen
Sohn Johann V. Etwa zu dieser Zeit gelang den Kurfürsten von
der Pfalz ein erster Zugriff auf die Burg. Im Zusammenhang mit einer
Fehde zwischen Heinrich Eckbrecht von Dürkheim einerseits und
den Brüdern Johann und Heinrich von Dahn andererseits gelang
es den Pfalzgrafen, das Öffnungsrecht auf Neudahn zu erhalten.
Im sogenannten
Vierherrenkrieg erlitt Neudahn Beschädigungen. Dies ergibt sich
aus einem 1438 geschlossenen Vergleich zwischen Heinrich von Dahn
d. J. und Heinrich von Geroldseck. 1439 wurde jener Heinrich erneut
von Bischof Reinhard von Speyer mit Neudahn und Tanstein belehnt.
Auch
in die Sickingische Fehde war die Burg involviert. 1523 forderten
im Anschluß an den Fall der Feste Nanstein Erzbischof Richard
von Trier, Kurfürst Ludwig V. von der Pfalz und Landgraf Philipp
I. von Hessen vom Burgherren Heinrich von Neudahn ultimativ die Übergabe
der Wehranlage. Heinrich konnte jedoch durch geschicktes Verhandeln
und unter Berufung auf die Lehnshoheit des Bischofs von Speyer die
angedrohte Einäscherung abwenden.
Die Burg
wurde permanent um- und ausgebaut. Insbesondere in der ersten Hälfte
des 16. Jahrhunderts paßte man sie den geänderten militärischen
Erfordernissen an. Diese Baumaßnahmen waren dabei so umfangreich,
daß sie einem Neubau gleichkamen. Erst mit dem Tod Ludwigs von
Dahn endete 1603 die Herrschaft dieses ehemaligen Ministerialengeschlechtes.
Burg
und Herrschaft fielen als erledigte Lehen an den Bischof von Speyer
und das Hochstift zurück. Ein fürstbischöflicher Amtskeller,
der seinen Sitz auf Neudahn hatte, übernahm die Verwaltung. Dies
änderte sich erst nach der Zerstörung der Burg im Pfälzischen
Erbfolgekrieg 1689. Der Beamte verlegte seinen Dienstsitz nach Dahn,
da die Burg nicht wieder aufgebaut wurde. Sicherungsarbeiten, Renovierungen
und Rekonstruktionen erfolgten in den letzten Jahrzehnten.