Steinenschloß
Um 1100,
so die allgemein vertretene, aber wenig schlagkräftig bewiesene
Annahme, wurde am Südrand des später "Lauterer Reiches"
genannten Gebietes, am Zusammenfluß von Rodalbe und Schwarzbach
eine Burg erbaut, die seit der Jahrhundertwende als "Steinenschloß"
bezeichnet wird. Diese heute maßgebliche Namensgebung - der
tatsächliche Name der Burg ist unbekannt! - bezieht sich auf
die nahegelegene, nach 1550 verlassene Ortschaft "Steegen"
(daher auch Steegener Schloß). Möglicherweise kommt auch
der Name "Atzenstein" für die Burgstelle in Betracht,
den ein ebenfalls eingegangener Hof nahe der Burg trug.
Ähnlich
ungeklärt wie das Entstehungsdatum ist auch die Geschichte. Weder
die Erbauer noch das weitere Schicksal der Burg sind bekannt. Lediglich
die archäologisch belegte Tatsache, daß das Steinenschloß
Ende des 12. Jahrhunderts gewaltsam zerstört und wohl auch nicht
wieder aufgebaut wurde, gibt gewisse Hinweise auf seine Frühgeschichte.
Im Jahre
1168 zerstörten Truppen Kaiser Friedrichs I. Barbarossa vier
im Raum des heutigen Saarlandes und des Pfälzerwaldes errichtete,
namentlich leider nicht genannte Burgen der Grafen von Saarbrücken.
Möglicherweise war das Steinenschloß eine dieser Anlagen,
denn vom 13. bis zum 16. Jahrhundert sind die Grafen von Leiningen
als Erben der Saarbrücker zumindest im territorialen Umfeld der
Burg nachweisbar. Ihnen folgten ab 1570 die Grafen von Hanau-Lichtenberg.
Die Burg
selbst, deren mächtiger, nachträglich in die salierzeitliche
Anlage eingebaute Bergfried noch Ende des 19. Jahrhunderts wesentlich
besser zu sehen war als heute, verfiel im Laufe der Jahrhunderte immer
mehr und diente beim Bau der nahegelegenen Bahnlinie und beim Erweiterungsbau
des Bahnhofs Pirmasens-Nord als Steinbruch. In jüngster Zeit
erfolgten umfangreiche Freilegungs- und Sanierungsarbeiten.
Insbesondere wurden der runde Bergfried vom Schutt befreit und große
Teile der Ringmauern wieder aufgemauert.