Trifels
Der Trifels,
der zu den bedeutensten Burgen des Mittelalters zählt, wird erstmals
1081 urkundlich erwähnt, als Diemar von Trifels dem römisch-deutschen
König - gemeint ist wahrscheinlich der Gegenkönig Hermann
von Salm - die Anlage übergab. Nach Ausweis weniger Funde aus
keltischer und römischer Zeit könnte sich jedoch schon längere
Zeit vorher eine Befestigung auf dem vordersten Gipfel des über
Annweiler emporragenden Berggrates befunden haben. Fest steht, daß
zur Zeit der salischen Kaiser und Könige eine Burganlage im eigentlichen
Sinn errichtet wurde, wie in den dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts
anläßlich von Grabungen aufgefundene Mauerreste, in den
Fels gemeißelte Treppen und Balkenlöcher nahelegen.
Im Jahre
1112 übergab der Mainzer Erzbischof den Trifels dem Kaiser Heinrich
V., der die Burg schon ein Jahr später erstmals als Gefängnis
nutzen ließ. Bald darauf begann die große Zeit des Trifels,
denn ab 1125 wurden hier die Reichskleinodien aufbewahrt und verblieben
- mit unterschiedlich langen Unterbrechungen - bis zum Ende des 13.
Jahrhunderts auf der Anlage. 1192/94 diente sie als vorrangiger Haftort
für den englischen König Richard I. Löwenherz und wenig
später für hochrangige sizilische Gefangene nach dem mißglückten
Aufstand gegen Kaiser Heinrich VI. Darüber hinaus wurde ab 1195
auch der umfangreiche Normannenschatz, der während der Eroberung
des Königreiches Sizilien in die Hände der Staufer gefallen
war, auf der Burg aufgehoben.
Teile der Einnahmen einer nahegelegenen Münzstätte, die
spätestens 1219 anläßlich der Stadterhebung Annweilers
durch König Friedrich II. begründet worden war, sollten
dem weiteren Ausbau des Trifels zugutekommen.
Mit dem
Niedergang der Staufer endete auch die glanzvolle Zeit der Wehranlage.
Die bereits 1273 von König Rudolf von Habsburg auf die Kyburg
in der heutigen Schweiz beorderten Reichskleinodien kehrten nach einem
kurzen Zwischenspiel unter Adolf von Nassau (1292-98) nicht mehr auf
den Trifels zurück. Während der Herrschaft Ludwig des Bayern
wurde die Feste 1330 an die Pfalzgrafen Rudolf II. und Ruprecht I.
verpfändet. Von den pfälzischen Kurfürsten gelangte
sie in die Hand der Herzöge von Pfalz-Zweibrücken, wo sie
bis zum Ende des Alten Reiches verblieb.
In den
Jahren 1309/10, 1346 und 1359 wurde der Trifels ausgebaut, und noch
1525 ließen die Herzöge von Pfalz- Zweibrücken Beschädigungen,
welche die Burg im Bauernkrieg erlitten hatte, reparieren. Weitere
Renovierungen im Jahre 1568 dienten wohl nur noch der notwendigen
Bestandssicherung, da man auf der Burg Akten des herzoglichen Archivs
lagerte. Eine Kellereirechnung von 1595 belegt das geradezu armselige
Inventar der ehemaligen Reichsburg zu dieser Zeit. Durch Blitzschlag
erlitt bald darauf der Palas irreparable Schäden, die nicht mehr
behoben wurden. Trotzdem diente die Burgruine im Dreißigjährigen
Krieg als Fluchtburg.
Das Ausbrechen
intakter oder wertvoller Bauelemente, wie Gewände, Sandsteinsäulen
und Fußbodenplatten, beschleunigte den Verfall, der sich im
17. und 18. Jahrhundert fortsetzte. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts
und insbesondere nach Gründung des Trifelsvereins 1866 konnte
der Zerstörung Einhalt geboten werden. Nach kurzer Grabung und
Freilegungsarbeiten seit 1937/38 begann auf Initiative des bayerischen
Ministerpräsidenten Siebert der Wiederaufbau des Trifels, der
zu einer "nationalen Weihestätte" werden sollte. Erst
nach dem Zweiten Weltkrieg konnten die nur unzureichend an den historischen
Vorgaben orientierten Baumaßnahmen zum Abschluß gebracht
werden.