Anfang und Blüte einer Burg

    Am Anfang stand ein Gebietstausch 

    Am 9. Januar 1198 beginnt die offizielle Geschichte der Burg Lemberg: An diesem Tag besiegeln Graf Heinrich I. von Zweibrücken und Abt Wernher vom Kloster Hornbach eine Urkunde über einen Gebietstausch. "Graf Heinrich I. von Zweibrücken überträgt ... der Kirche des hl. Pirminius und den Brüdern die daselbst dienen einen mansus zu Kessheneshofen zu Eigentum ...

    Dafür übergibt ihm Abt Wernher... zwei Berge, von denen der eine Gutinberg, der andere vor dem daselbst liegenden Dorfe Ruprechtisberg heißt, um Befestigungen daselbst anzulegen".




    Sicherung der Grenze

    Für den Zweibrücker Grafen war das ein guter Tausch, denn für die Sicherung des südöstlichen Abschnitts der Grafschaft konnte er kaum ein besseres Gelände finden. Vom Burgberg eröffnet sich heute noch ein großartiger Rundblick über den ganzen Wasgau.

    Castrum Lewenberc

    Wann genau die Burg nun gebaut wurde, darüber fehlen exakte Erkenntnisse. Dass Heinrich I. von Zweibrücken schon bald nach dem Gebietstausch unter dem Aspekt der Grenzsicherung mit dem Bau begonnen hat, darf als sicher gelten. Für den Spatenstich wird allgemein das Jahr 1200 angenommen. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Burg Lemberg allerdings erst im Jahre 1230.

    Am 7. Januar 1230 schlichtete Graf Heinrich II. von Zweibrücken in "castrum Lewenberc" einen Streit zwischen Ritter Merbodo von Breidenbrunn und dem Abt des Klosters Stürzelbronn.




    Kurze Blütezeit

    So wie auf der Zeichnung hat die Burg Lemberg wahrscheinlich nie ausgesehen. Der Architekt und Burgenforscher Arndt Hartung aus Landau hat in den 1930er Jahren die historischen Vorgaben recht frei interpretiert. Trotzdem liefert die Zeichnung in etwa eine Vorstellung von dem imposanten Burgbau, der sich einst hier auf dem Gutinsberg erhob.

    Allerdings wohl zu einer Zeit, als das Mittelalter schon einige Jahre der Vergangenheit angehörte. Ihre - kurze -Blüte erlebte die Burg Lemberg als Renaissance-Schloss des Grafen Jakob von Zweibrücken-Bitche, der von 1535 bis 1541 auf der Burg Lemberg residierte.




    Adelige Ritter als Statthalter
    Anfang des 13. Jahrhunderts, gleich nach ihrer Gründung, wurde die Burg noch nicht von den Zweibrücker Grafen bewohnt. Die Grenzlage war der Herrschaft zu unsicher. Stattdessen hatten meist adelige Ritter die Gelegenheit, sich zu bewähren. Sie nannten sich meist nach der Burg. Erster urkundlich erwähnter Burgvogt war 1255 Gerhard von Lewenberch, 1269 wird ein Ritter Gozo vom Lemberch genannt. Der Dienst lohnte sich: Der Burgvogt erhielt für seine Tätigkeit freie Wohnung sowie das Jagdrecht im herrschaftlichen Forst. Zudem mussten ihm die Bauern der Umgebung einen Teil ihrer Erträge abliefern. Dafür musste er den Zehnten für seine Herrschaft eintreiben und war verpflichtet, die Burg in einem verteidigungsfähigen Zustand zu erhalten.