Drachenfels

    Geschichte:

    Die Anfänge der Burg Drachenfels liegen im Dunkel der Geschichte. Ein Walter von Drachenfels ist erstmals um 1245 urkundlich belegt. Mehrmals wechseln die Besitzer. Von 1463 an dient der Drachenfels als Versammlungsort der "Heilig-Geist-Gesellschaft", dem Interessenverband der ober-rheinischen Reichsritterschaft. Allerdings nicht sehr lange. Der Verband hat zum Ziel, den Machtverlust der Ritter im Deutschen Reich zu stoppen. Den Reichsfürsten behagt das natürlich nicht, so dass 1523 die Burg Drachenfels belagert und kampflos eingenommen wird. Die Anlage wird geplündert, zerstört und nicht wieder aufgebaut. Die Ruine dient in der Folge als Steinbruch, unter anderem auch für den Bau der Pfarrkirche in Busenberg.

    Lage:

    Die Ruine der Burg Drachenfels liegt südlich von Busenberg. Vom Parkplatz an der Hütte des Pfälzer Wald Vereins sind es nur wenige Schritte hinauf zur Burg.

    Drachenfels

    Die Anfänge der Burg sind weitgehend ungeklärt. Spekulationen über Vorgängeranlagen aus frühmittelalterlicher, römischer oder gar prähistorischer Zeit lassen sich jedenfalls nicht belegen. Für die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts genannte Personen mit dem Namen "von Drachenfels" gehören tatsächlich zu Burg Drachenfels am Rhein nahe Bonn. Somit verbleibt als Erstbeleg, der eindeutig mit derWasgauburg in Verbindung gebracht werden kann, ein für die Zeit um 1245 belegter Walter von Drachenfels. Damit korrespondiert auch das archäologische Fundmaterial, in dem für die Zeit vor der Mitte des 13. Jahrhunderts Nachweise fehlen. Urkunden vom Ende des 13. Jahrhunderts geben Zeugnis von Streitigkeiten der Vettern Rudolf und Anselm von Drachenfels mit dem Bischof von Worms, die 1288 beigelegt wurden. Von diesen Rittern stammt das älteste Siegel derer vom Drachenfels. Es zeigt einen Drachen in einem Spitzschild und ist somit ein "sprechendes Wappen", das den Familiennamen "von Drachenfels" paraphrasiert. Im frühen 14. Jahrhundert zeigten Drachenfelser Wappen ein Hirschgeweih oder eine wilde Gans.

    1314 erlitten die Brüder Berthold, Anselm und Rudolf von Drachenfels anlässlich der fünfwöchigen Belagerung des benachbarten Berwartsteines durch die Städte Hagenau und Straßburg schwere Schäden auf ihren Besitzungen. Möglicherweise waren diese Ereignisse die Ursache für weitere Spannungen in der Folgezeit. Unter dem Vorwurf der "Straßenräuberei" zogen 1335 straßburgische Truppen vor die Burg und zwangen die Besatzung zur Übergabe. Dies hatte offensichtlich die wirtschaftliche Basis der Drachenfelser so sehr in Mitleidenschaft gezogen, daß sie ab 1344 gezwungen waren, die zumindest teilweise zerstörte Burg sukzessive zu verkaufen. In diesem Jahr veräußerten die Brüder Eberhard und Anselm von Drachenfels ihre bisherige Stammburg mit allen dazugehörenden Besitzungen an Graf Walram II. von Zweibrücken und schieden damit aus der weiteren Geschichte der Burg aus. Oberster Lehnsherr blieb de iure aber weiterhin der jeweilige Abt des Klosters Klingenmünster. Graf Walram wiederum trug den Drachenfels Pfalzgraf Ruprecht I. zu Lehen auf.

    Für die nächste Zeit blieb es bei diesen Herrschaftsverhältnissen. Als Afterlehnsträger mit mehr oder weniger großen Anteilen findet man um die Mitte des 14. Jahrhunderts die Brüder Gerhard und Johannes Hanarsch von Weißkirchen und in den 80er Jahren Heinrich Eckbrecht von Dürkheim sowie Heinrich und Kuno von (Ober-)Otterbach. Bis 1398 gelang es den Eckbrechten von Dürkheim, die gesamte Anlage in ihren (Lehns-)Besitz zu bringen. Da mit dem Besitz der Anlage nicht nur Einkünfte in Form von Zehntabgaben, Steuern, Weg- und Floßgebühren verbunden waren, sondern auch die Verpflichtung, die Burg baulich zu unterhalten, entschloß sich Heinrich Eckbrecht von Dürkheim, auf Burg Drachenfels Gemeiner aufzunehmen. Wann nun die ersten Gemeiner Anteile an der Burg erwarben, ist nicht bekannt - allerdings ist für 1406 ein Burgfrieden belegt.

    1463 gründete die oberrheinische Reichsritterschaft die "Heilig-Geist-Gesellschaft" und bestimmte als Versammlungsort den Drachenfels. Dieser Interessenverband sah seine Hauptaufgabe darin, der zunehmend an Gewicht verlierenden Stellung der Ritterschaft im politischen Gefüge des Reiches entgegen-zuwirken. Das widersprach natürlich den reichsfürstlichen Interessen. Eine Schlüsselposition in diesen Auseinandersetzungen spielte Franz von Sickingen, der seit 1510 nicht nur Hauptmann der Gemeiner auf dem Drachenfels, sondern auch führendes Mitglied der Standesorganisation war. Konsequenterweise führte die "Sickingische Fehde" von 1522/23 auch zur Zerstörung von Burg Drachenfels. Am 10. Mai 1523 marschierte ein beachtliches Truppenkontingent, drei Fähnlein Landsknechte, 300 Berittene und Artillerie vor den Drachenfels. Nach kurzer Unterhandlung übergab der Vogt die Anlage den Belagerern kampflos. Bereits am nächsten Tag wurde der Drachenfels geplündert, geschleift, in Brand gesteckt und mit einem Wiederaufbauverbot belegt.

    Die Burgruine diente in der Folgezeit als günstige Bezugsquelle von Hausteinen. Beim Bau der katholischen Pfarrkirche 1760-67 wurden Steine der Burg verbaut, vor allem aber bei der Errichtung eines Landschlößchens, das sich Graf Franz Christoph von Eckbrecht 1778 in Busenberg errichten ließ. 1784 fand in diesem Gebäude eine Familienversammlung statt, bei der man beschloß, sich das Lehen erneut bestätigen zu lassen. Der pfälzische Kurfürst Karl Theodor, dessen Vorgänger nach dem Aussterben der Grafen von Zweibrücken-Bitsch im Jahre 1570 alleinige Oberlehensherren der Herrschaft Drachenfels geworden waren, stimmte diesem Antrag zu, verlangte aber den Wiederaufbau der Burg oder eines Schlosses, was innerhalb von zwei Jahren geschehen sollte. Spuren eines begonnen Aufbaus konnten auf der Burg jedoch bisher nicht gefunden werden. Burg Drachenfels blieb Ruine.


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