Hohenecken

    Geschichte: 

    Die Burg Hohenecken wurde als eine der sehenswertesten Burgenanlagen der Stauferzeit im Raum der heutigen Pfalz in der zweiten Hälfte des 12., spätestens in den ersten Jahren des 13. Jahrhunderts errichtet. 1668 wurde sie nach längerer Belagerung durch Kurfürst Karl Ludwig von der Pfalz teilweise zerstört. Endgültig sprengten die  französischen Truppen die Anlage um 1689.

    Besonderheiten:

    Burg Hohenecken gilt Fachleuten als eine der sehenswertesten Burgen der Stauferzeit.

    Lage:

    Von der Ortsmitte des Kaiserslauterer Vorortes Hohenecken führt ein Fußweg vorbei an der Rochuskapelle und der katholischen Pfarrkirche hinauf zur Burgstelle am Südwestende des 376 Meter hohen Schlossberges.

    Hohenecken

    Über die frühe Geschichte von Burg Hohenecken ist nur wenig bekannt. Insbesondere die Anfänge liegen im Dunkeln. Jedoch lassen Namensbelege, überlieferte Urkunden, die bekannte Rechtsverhältnisse sowie die bauliche Relikte Schlussfolgerungen zu diesen offenen Fragen zu. Allgemein ist zu sagen, dass die Anlage in staufischer Zeit im Auftrag des Reiches errichtet wurde. Mit Burg Hohenecken und der zugehörigen Herrschaft direkt belehnt waren wohl von Anfang an Reichsministeriale, die sich nach der Wohn- und Wehranlage benannten. Erstmals wird mit Siegfried II. (1212-1262) ein Mitglied dieser Familie urkundlich fassbar, das sich nicht mehr nach der Stadt sondern um 1212 ausdrück nach Burg Hohenecken benannte. Zu dieser Zeit dürfte die nach der Mitte des 12. Jahrhunderts begonnene und nach 1200 weiter ausgebaute Burg bereits längere Zeit, wahrscheinlich von Anfang an, als Reichslehen im Besitz dieser in Kaiserslautern und im umliegenden Reichsland begüterten, einflussreichen Familie gewesen sein. Daraus ist zu folgern, dass sie auch mit dem Bau der Burg beauftragt war und diesen auch durchgeführt hat.

    Die Reichsministerialen von Hohenecken waren die Nachkommen jenes Ritters Reinhard von Lautern, der von König Friedrich II. 1214 mit dem Patronatsrecht zu Ramstein beschenkt worden war. Im Jahre 1216 übte Reinhard das überaus wichtige Reichsschultheißenamt in (Kaisers-)Lautern aus, das auch in den beiden nächsten Generationen in der Hand dieser Familie verblieb. Im Gegensatz zu den vier älteren Söhnen dieses Reichsministerialen, die in hohen und höchsten Ämtern inner- und außerhalb des pfälzischen Raumes zu finden waren, blieb der jüngste, der sich ausdrücklich Siegfried von Hohenecken (Syfridus de Hoenechen) nannte, in der Heimat. Hier finden wir ihn gleichzeitig in den Ämtern der Schultheißen von Lautern und Hagenau. Mit seinem Sohn Reinhard erreichte das Geschlecht seinen Höhepunkt, denn dieser amtierte nicht nur als Schultheiß, sondern auch als Verwalter des gesamten Reichsgutsbezirkes von Lautern. Darüber hinaus war ihm zeitweise Burg Trifels mit den dort liegenden Reichskleinodien anvertraut.

    Der Niedergang der königlichen Macht beendete letztlich die glanzvolle Stellung, welche die Hohenecker in der staufischen Ära und im "Interregnum", der "königlosen Zeit", eingenommen hatten. Erhalten blieben ihnen aber bis zum Jahre 1481 ihre Haupteinnahmequellen, die besonders einträglichen Zoll- und Geleitrechte im "Lauterer Reich", die schon der Stammvater der Hohenecker im Jahre 1216 besessen hatte. Die Nachkommen dieses Reichsministerialen- geschlechtes, das mit Philipp Karl von Hoheneck 1806 ausstarb, blieben aber der Burg, die ihnen 1277 als Reichslehen übertragen worden war, bis in das 17. Jahrhundert hinein verbunden. Die Burg selbst erlitt ein recht wechselvolles Schicksal. Mitte des 14. Jahrhunderts bewohnten mehrere Familien die Anlage, an der das Erzbistum Mainz und die Grafen von Saarbrücken das Öffnungsrecht besaßen. Zwischen 1394 und 1404 wurden nicht weniger als fünf Anteilseigner genannt, und zwar die Ritter Reinhard und Boemund von Hohenecken, Heinrich Kämmerer von Worms, die Herren von Scharfeneck und Gerhard von Kropsberg. Einige Jahre später scheint sich auch Kurpfalz den Zutritt zur Burg verschafft zu haben, denn im Jahre 1411 schloß der Erzbischof von Mainz einen Burgfriedensvertrag mit den Kurpfälzern auf Hohenecken.

    Obwohl die Beziehungen zwischen den Hoheneckern und den Kurfürsten von der Pfalz in den folgenden Jahrzehnten recht eng waren, nutzten die Nachkommen der Reichsministerialen während des Dreißigjährigen Krieges sofort die Chance, sich ihres übermächtigen "Partners" zu entledigen. Die Verhängung der Reichsacht über den Kurfürsten war der willkommene Anlaß, sich des pfälzischen Burganteils zu bemächtigen. Versuche einer Rückgewinnung nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges durch Kurfürst Karl Ludwig hatten erst nach zweimaliger gewaltsamer Eroberung 1668 Erfolg, da sich die Herren von Hohenecken der Hilfe des Herzogs von Lothringen versichert hatten. Nur wenige Jahre später sprengten während des Pfälzischen Erbfolgekrieges französische Soldaten die bereits 1688 durch kurpfälzische Belagerungsgeschütze schwer beschädigte Anlage, die nicht wieder aufgebaut wurde.

    Burgfrieden:
    Dem ersten bekannten Burgfrieden von 1369, als Reinhard V. von Hohenecken dem Erzbischof Gerlach von Mainz die Burg eröffnete, folgten 1411 und 1430 weitere Burgfriedensverträge.

    Baubeschreibung:
    Die Wehranlage ist zweigeteilt. Sie besteht aus einer älteren oberen und einer sie umgehenden unteren Burg, deren Gesamtmaße mit Zwinger und Graben ca 50 auf 90 Meter betragen. Beeindruckend sind besonders die teilweise noch mehrere Stockwerke aufragende Wehr- und Wohnbauten der Oberburg, die weitgehend dem 13. Jahrhundet zuzurechnen sind. Vor einem Halsgraben , der später zum Burghof der Unterburg erweitert und umgestaltet wurde, erheben sich am Ostende eines ovalen, mehr als fünf Meter hohen Felsplateaus die beiden ältesten, wohl noch im 12. Jahrhundert errichteten, Bauteile: der Berfried und der Nordpalas. Der seit Anfang des 13. Jahrhundert freihstehende Turm gilt als der älteste Wehrbau von der Burg. Ob er jedoch ursprünglich quadratisch errichtet wurde und erst zur Mitte des 13. Jahrhunderts mit einer massiven Keilspitze versehen wurde, muss mangels konkreter bauhistorischer Untersuchungen vorerst Spekulation bleiben. Das Aussehen der Schildmauer, die teilweise dem Fels vorgeblendet ist oder auf ihm aufsitzt, ist wohl das Ergebnis eines Umbaus zu Beginn des 14. Jahrhunderts. Wie der Bergfried wurde auch der Nordostteil einer großen , dreigeteilten hufeisenförmigen Wohnanlage, die hinter des Bergfried und der Schildmauer erbaut worden war, durch die Explosion in Mitleidenschaft gezogen.



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