Lindelbrunn

    Geschichte:

    Vermutlich Ende des 12. Jhdts. wird die Burg Lindelbrunn errichtet. Wechselnde Besitzer prägen den Bau. Zwischen 1440 und 1450 wird die Burg mehrmals belagert, sie geht aus den Auseinandersetzungen jedoch ohne große Zerstörungen hervor. Erst im Bauernkrieg (um 1525) wird die Burg Lindelbrunn geplündert und zerstört. Danach verfällt die Ruine.

    Lage:

    Burg Lindelbrunn liegt nördlich von Vorder- weidenthal. Vom Kramerhaus des Pfälzer Wald Vereins sind es zehn Minuten zu Fuß zur Burgruine.

    Lindelbrunn

    Die Burg wurde als Reichsfeste wahrscheinlich noch im ausgehenden 12. Jahrhundert auf einem Felsen nahe der heutigen Gemeinde Vorderweidenthal errichtet. Urkundlich erwähnt wird die Burg allerdings erst im 13. Jahrhundert.

    Dieter von Lindelbrunn ist der erste uns bekannte Ministeriale, der sich in den 60er Jahren des 13. Jahrhunderts nach der Reichsburg benennt. Nach seinem Tod 1274 setzte sein mutmaßlicher Bruder Merkelin die Linie fort. Allerdings war sein gleichnamiger Sohn von so schwächlicher Konstitution, daß König Rudolf von Habsburg 1274 Lindelbrunn als Reichslehen an die ihm verbundenen Grafen Emich IV. und Friedrich III. von Leiningen übergab unter der Voraussetzung, daß der junge Lindelbrunner vor der Volljährigkeit versterben würde. Nach seinem Tod vor 1317 ging die Burg endgültig an die Leininger, bei deren Teilung von 1317/18 zwischen den Stiefbrüdern Friedrich V. und Jofried letzterer mit Ausnahme der Madenburg sämtliche Reichslehen erhielt.

    Die neue Linie Leiningen-Hardenburg blieb in der nachfolgenden Generation im Besitz Lindelbrunns, ohne daß bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts eine Änderung an dessen Status als Reichsburg eintrat. Wenige Jahre später aber begegnen uns auf ungeklärte Weise die Grafen von Zweibrücken auf der Burg, die am 5. April 1358 dem Pfalzgrafen Ruprecht I. neben anderen Befestigungen auch Lindelbrunn öffneten. Immerhin war mit diesen Vorgängen und zwischenzeitlichen Streitigkeiten mit den Raugrafen nach dem Tod Graf Jofrieds von Leiningen-Hardenburg 1344 die Grundlage für ein in den folgenden Jahrhunderten bestehendes Ganerbiat gelegt, das den Status eines Reichslehens rasch eliminierte.

    Im Jahre 1440 wurde die Burg zum Schauplatz militärischer Ereignisse. Graf Emich von Leiningen, der von dem adeligen Speyerer Bürger Heinrich Steinhausen Geld geliehen hatte, hatte diesen als Gemeiner auf der Burg aufgenommen. Da der Speyerer in einen größeren Streit mit dem Bistum Speyer und Kurpfalz verwickelt war, versuchten die Verbündeten, Heinrich Steinhausen in ihre Gewalt zu bekommen. Ein gemeinsames Heer zog vor die Burg Lindelbrunn und belagerte sie sieben Wochen.

    Im Gegensatz zu dieser Auseinandersetzung, die durch Vermittlung der Grafen von Leiningen noch glimpflich für die Burg und ihre Bewohner verlief, brachte eine weitere Fehde zwischen 1448 und 1450 großes Unheil. Die Verwicklung des Burggemeiners Heinrich Holzapfel in eine Fehde mit dem Bistum Speyer und der Reichsstadt Landau zog eine erste, wenn auch erfolglose Belagerung durch die Truppen der Stadt und des Bischofs nach sich. Eine zweite folgte durch die Grafen Friedrich von Zweibrücken-Bitsch und Bernhard von Leiningen. Die Einnahme der Burg durch Truppen der beiden Grafen verursachte offensichtlich
     nur geringe Schäden, die bald behoben werden konnten. Im Bauernkrieg nahm der sog. "Kleeburger Kolbenhaufe" Burg Lindelbrunn ein, plünderte die Anlage aus und brannte sie beim Abzug nieder. Die ehemalige Reichsburg wurde nicht wieder aufgebaut und ist seither Ruine.


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