Luetzelhard

    Geschichte:

    1250 wird die Burg Lützelhardt erstmals urkundlich erwähnt. Die ersten Besitzer, die Vögte von Wasselnheim, verkaufen die Anlage Stück für Stück an die Herren von Fleckenstein, denen ab 1373 die gesamte Burg gehört. Konflikte mit den Städten Straßburg und Weißenburg haben Belagerungen und erste Zerstörungen zur Folge. Ob die Burg Lützelhardt im Bauernkrieg endgültig zerstört wird, ist unklar. 1538 allerdings wird Lützelhardt in einer Urkunde bereits als Ruine bezeichnet.

    Lage:

    Die Ruine der Burg Lützelhardt liegt im Elsass zwischen Obersteinbach und Stürzelbronn. Vom Parkplatz an der D3 ist sie in zehn Minuten zu erreichen.

    Lützelhardt

    Die Burg, erstmals 1250 in einer Grenzbeschreibung des Klosters Stürzelbronn erwähnt, war 1262 in der Hand der Vögte von Wasselnheim. 1336 nannte sich einer dieser Vögte ausdrücklich Herr von Lützelhardt von Wasselnheim. Wahrscheinlich waren diese Vögte die Erbauer der Burg auf dem Boden des Klosters Stürzelbronn. Möglich erscheint jedoch auch die vor allem in der älteren Literatur vertretene Ansicht, Lützelhardt, an der Grenze zur lothringischen Herrschaft Bitsch gelegen, sei von den Lothringern erbaut worden. Unterstützt wird diese These von der Tatsache, daß die genannten Vögte - wenn auch nachweisbar erst ab 1248 - recht enge Beziehungen zu den Lothringern unterhielten.

    In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts verkauften die Wasselnheimer ihre Burg sukzessive an die Dagstuhler Linie der Herren von Fleckenstein, die bis spätestens 1373 die Gesamtanlage in ihren Besitz brachte. 1395 verpfändete Heinrich der Alte von Fleckenstein wiederum ein Viertel von Lützelhardt an Graf Philipp von Nassau-Saarbrücken. Seit dem Ende des 14. Jahrhunderts gerieten die Burgherren von Lützelhardt zunehmend in Konflikte mit den umliegenden Städten. 1397 zogen Auseinandersetzungen mit der Stadt Straßburg eine erste Zerstörung der Burg nach sich. Am 6. August 1442 eroberten weißenburgische Einheiten die Anlage und nahmen drei Personen gefangen, unter denen sich allerdings offensichtlich kein Fleckensteiner befand.

    Wenige Jahre später, 1450, soll Lützelhardt nach unsicheren Quellen samt anhängigen Rechten in den umliegenden Wäldern durch die Fleckensteiner an Wirich Puller von Hohenburg als Lehen ausgegeben worden sein. Tatsächlich scheint Wirich aber nur einen Teil erhalten zu haben, der 1455 durch einen Hofgerichtsbeschluß dem Hans von Talheim zugesprochen wurde.

    Trotz der erwähnten mehrfachen Konflikte blieb die Burg weiterhin bewohnt, wie eine Urkunde des Jahres 1469 belegt. Ob sie schon Ende des 15. Jahrhunderts verlassen wurde oder ob eine Zerstörung im Bauernkrieg erfolgte, bleibt nach derzeitigem Erkenntnisstand spekulativ. Bereits 1538, als die leckensteiner sie im Tausch gegen Vogteirechte im Uffried an die Grafen von Zweibrücken-Bitsch abtraten, und 1606 wird Lützelhardt als Ruine bezeichnet. Von 1538 an bis zur franz. Revolution verblieb die Ruine damit den Grafen von Zweibrücken-Bitsch und ihren Erben, den Grafen von Hanau-Lichtenberg, nachdem sie kurzzeitig lothringisches Lehen gewesen war.


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