Neudahn

    Geschichte:

    Vermutlich in der ersten Hälfte des 13. Jhdts. wird die Burg Neudahn erbaut, von einer Seitenlinie der Herren von Altdahn. Die Burg wird in der Folge permanent umgebaut, vor allem im 16. Jhdt. passen die Burgherren die Verteidigungsanlagen den geänderten militärischen Bedingungen an. Als Lehen des Bischofs von Speyer übernimmt nach dem Aussterben der Herren von Neudahn 1603 ein Verwalter die Burg. 1689 wird sie im pfälzischen Erbfolgekrieg von französischen Truppen zerstört. In der zweiten Hälfte des 20. Jhdts. erfolgen umfangreiche Sanierungen und Rekonstruktionsversuche.

    Lage:

    Die Burg Neudahn liegt einige Kilometer westlich von Dahn. Ein zehnminütiger Fußmarsch führt steil hinauf zur Ruine.

    Neudahn

    Neudahn wurde wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts von dem speyerischen Ministerialen Heinrich Mursel von Dahn (gen. von Kropsburg) errichtet. Nach dem Aussterben der Nachkommen des Heinrich Mursel gelangte sie als Lehen des Bistums Speyer 1327 zusammen mit Burg Altdahn in den Besitz des Ritters Johann III. von Dahn. Nach dessen Tod fiel sie 1353 zusammen mit drei Vierteln der Burg Tanstein an seinen zweiten Sohn Heinrich. Von Heinrich, der sich fortan auch nach Neudahn benannte, gelangte die Anlage 1372 an seinen ältesten, noch minderjährigen Sohn Johann V. Etwa zu dieser Zeit gelang den Kurfürsten von der Pfalz ein erster Zugriff auf die Burg.

    Im Zusammenhang mit einer Fehde zwischen Heinrich Eckbrecht von Dürkheim einerseits und den Brüdern Johann und Heinrich von Dahn andererseits gelang es den Pfalzgrafen, das Öffnungsrecht auf Neudahn zu erhalten. Im sogenannten Vierherrenkrieg erlitt Neudahn Beschädigungen. Dies ergibt sich aus einem 1438 geschlossenen Vergleich zwischen Heinrich von Dahn d. J. und Heinrich von Geroldseck. 1439 wurde jener Heinrich erneut von Bischof Reinhard von Speyer mit Neudahn und Tanstein belehnt.

    Auch in die Sickingische Fehde war die Burg involviert. 1523 forderten im Anschluß an den Fall der Feste Nanstein Erzbischof Richard von Trier, Kurfürst Ludwig V. von der Pfalz und Landgraf Philipp I. von Hessen vom Burgherren Heinrich von Neudahn ultimativ die Übergabe der Wehranlage. Heinrich konnte jedoch durch geschicktes Verhandeln und unter Berufung auf die Lehnshoheit des Bischofs von Speyer die angedrohte Einäscherung abwenden. Die Burg wurde permanent um- und ausgebaut. Insbesondere in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts paßte man sie den geänderten militärischen Erfordernissen an. Diese Baumaßnahmen waren dabei so umfangreich, daß sie einem Neubau gleichkamen.

    Erst mit dem Tod Ludwigs von Dahn endete 1603 die Herrschaft dieses ehemaligen Ministerialengeschlechtes. Burg und Herrschaft fielen als erledigte Lehen an den Bischof von Speyer und das Hochstift zurück. Ein fürstbischöflicher Amtskeller, der seinen Sitz auf Neudahn hatte, übernahm die Verwaltung. Dies änderte sich erst nach der Zerstörung der Burg im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689. Der Beamte verlegte seinen Dienstsitz nach Dahn, da die Burg nicht wieder aufgebaut wurde. Sicherungsarbeiten, Renovierungen und Rekonstruktionen erfolgten in den letzten Jahrzehnten.


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