Geschichtliches

    Strategische Lage:

    Der Felsen von Bitche liegt strategisch günstig an der Kreuzung von mehreren schon seit dem frühen Mittelalter wichtigen Fernverbindungen vom Rhein nach Lothringen und vom Elsass in die Pfalz. 80 Meter überragt der steile Klotz die Ebene, die noch bis ins 19. Jahrhundert hinein in weiten Teilen vonWasser und Sumpf umgeben war - was die Verteidigungsfähigkeit weiter erhöhte. 400 Meter lang ist das Felsplateau, nur 30 Meter breit. Bis in die jüngste Vergangenheit hinein haben sich hier heftige Kämpfe abgespielt.

    Frühe Zeugnisse:

    Im 12. Jahrhundert besaßen die Herzöge von Lothringen, zu denen die Region Bitche damals gehörte, vermutlich nur ein Jagdschloss auf dem Felsen. Zeugnis aus früher Zeit gibt jedoch erst die Tauschurkunde von 1297: Friedrich III., Herzog von Lothringen, tauschte die Herrschaft Bitche gegen das Schloss von Saargemünd, das damals im Besitz von Graf Eberhard von Zweibrücken war, dem auch Lemberg gehörte. Eberhard nahm seinen Herrschaftssitz in Bitche und nannte sich fortan Graf von Zweibrücken, Herr von Bitche. Mehr als 250 Jahre lang blieb die Herrschaft Zweibrücken-Bitche bestehen, mit der Burg und dem Amt Lemberg als einem zentralen Bestandteil.

    Der Ort wächst:

    Die Herren von Bitche bauten ihren herrschaftlichen Wohnsitz stetig aus. Die Künstler und Handwerker ließen sich am Fuße des Felsens nieder. Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts bilden die beiden Ansiedlungen Kaltenhausen und Rohr gemeinsam mit der Festung den Ort Bitche. 1634, im 30jährigen Krieg, erstürmten die Franzosen den strategischen Felsen. Der Sonnenkönig Ludwig XIV beauftragte 1679 seinen Festungsbaumeister Vauban, den Felsen von Bitche uneinnehmbar zu machen.

    Uneinnehmbare Festung:

    Die neue Zitadelle hatte jedoch nicht lange Bestand. Als Folge der pfälzischen Erbkriege mussten sich die Franzosen zurückziehen. Um dem Gegner nicht eine unter damaligen Gesichtspunkten nahezu uneinnehmbare Festung zu hinterlassen, schleiften die französischen Truppen vor ihrem Abzug die Vaubanschen Verteidigungsanlagen.

    Unterirdisches Labyrinth:

    1741 kamen die Franzosen zurück. Da der Felsen von Bitche nichts an seiner strategischen Bedeutung eingebüßt hatte, wurden die Ruinen freigelegt und Vaubans Ideen zur Grundlage einer neuen Zitadelle. Planer der neuen Festung war der Ingenieur Cormontaigne. In den folgenden 13 Jahren entstanden die Befestigungen, die im wesentlichen auch heute noch den Blick auf Bitche prägen. Der ganze steile Sandsteinfelsen ist dabei durchzogen von einem Labyrinth unterirdischer Gänge, Kammern und großer Hallen.

    Kriegerische Vergangenheit:

    Vor allem in den Kriegen 1870/71 und 1939 - 1945 war die Zitadelle von Bitche hart umkämpft. Heute können die gesamten Anlagen besichtigt werden,eine audiovisuelle Begehung auch der unterirdischen Gänge bietet ein eindrückliches Erlebnis der kriegerischen Vergangenheit.